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Empowering Democracy: Wir holen Münster nach Wien

Veranstaltungen

Was braucht es, damit Menschen demokratischen Institutionen vertrauen? Eine Antwort darauf kam Ende August aus Münster. Vom 28. bis 30. August 2026 feierte die Stadt den NRW-Tag zum 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens, unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet“. Hunderttausende Besucherinnen und Besucher kamen – und mittendrin die großartig gestaltete Blaulichtmeile der Polizei Münster mit Dialogangeboten, Mitmachstationen und Fachgesprächen zum Thema Demokratie.

Die Blaulichtmeile war mehr als eine Leistungsschau. Sie zeigte, wie Polizeiarbeit Demokratie erfahrbar machen kann: Sicherheit wurde erklärt statt nur demonstriert, die Polizei trat als Gesprächspartnerin auf statt als reine Ordnungsmacht, und Demokratie wurde zum direkten Erlebnis für die Besucherinnen und Besucher.

Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf brachte den Auftrag ihrer Behörde auf den Punkt: „Wir haben einen Diensteid geschworen, unsere Verfassung aktiv zu verteidigen.“ Für sie ist das der Kern der Arbeit – und dort, wo Vertrauen in den Staat verloren geht, etwa bei Fragen der Integration, müsse die Polizei gemeinsam mit Partnern gegensteuern. Möglich wird das durch das hohe Vertrauen, das die Polizei in der Bevölkerung genießt.

Dieses Vertrauen war in Münster stark spürbar: Es gab großes Interesse und viel Applaus für die Beiträge rund um Demokratie. Auch Willi Sandrisser von Empowering Democracy konnte an zwei Tagen auf zwei Bühnen über unsere Initiative sprechen und war Teil eines starken Programms. Am Samstag moderierte er zusätzlich ein Gespräch mit Friedemann Schulz von Thun, dem Erfinder des berühmten Kommunikationsquadrats,  der Empowering Democracy bereits beim Auftakt 2025 unterstützte, am Sonntag teilte sich Willi die Bühne mit Bernd Bürger von der Bayerischen Polizei. Dieser koordiniert im Rahmen von Empowering Democracy den Fachbereich „Einsatzorganisationen in Demokratien.“

In den drei Tagen entlang der Blaulichtmeile wurde für die vielen Teilnehmenden deutlich: Kennenlernen, Dialog, persönliche Beteiligung und eine erlebte menschenorientierte Haltung schaffen Vertrauen – nicht Kampagnen, sondern der direkte Kontakt.

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Menschennahe Polizeiarbeit als Vorbild

Diese Haltung zeigt sich bei der Polizei Münster auch im Alltag jenseits einzelner Veranstaltungen: Sie schafft Räume für Austausch, auch für Menschen, die sonst kaum in Kontakt miteinander kommen. Sie sucht das Gespräch dort, wo ihr Misstrauen entgegenschlägt, zum Beispiel in Flüchtlingseinrichtungen. Und sie erklärt Zugewanderten mit negativen Polizei-Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern, warum sie der Polizei hierzulande vertrauen können – etwa anhand der rechtlichen Voraussetzungen für Kontrollen.

Dabei bleibt die Polizei Münster nicht für sich: Sie vernetzt wichtige Partner miteinander, wie die Bezirksregierung, die Stadtwerke, Busfahrerinnen und Busfahrer oder die Handwerkskammer. Gutes Zusammenleben, so die Erfahrung aus Münster, gelingt nur gemeinsam.

Genau auf diese Weise können staatliche Institutionen Vertrauen in die Demokratie stärken – und genau das will Empowering Democracy sichtbar machen und fördern.

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Münster steht nicht allein

Die menschennahe Philosophie, die in Münster sichtbar wird, findet sich auch anderswo: Torsten Krückemeier, Polizeipräsident in Mittelhessen, und Thomas Kubera, Polizeipräsident in Hamm, verfolgen einen ähnlichen Ansatz. Hier zeigt sich ein breiterer Trend in der deutschen Polizeiarbeit – weg von reiner Ordnungsfunktion, hin zu aktiver Vertrauensbildung.

Der nächste Schritt: Wien im November

Diese Erfahrungen bringen wir jetzt nach Wien. Beim Europäischen Demokratie-Kongress am 20. und 21. November diskutieren wir mit Alexandra Dorndorf, Antonia Linnenbrink und Torsten Krückemeier über die Fragen, die sich aus Münster ergeben:

  • Wie kann Polizei Vertrauen in die Demokratie stärken?
  • Was bedeutet demokratische Polizeiarbeit konkret?
  • Was können andere öffentliche Einrichtungen davon lernen?

Empowering Democracy zielt auf Kooperation über Staatsgrenzen hinweg – nicht nur bei Sicherheit und Polizeiarbeit, sondern auch bei Themen, wie Bildung, Digitalisierung, Kultur, Wirtschaft und Arbeit. Münster hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn Institutionen den Dialog suchen statt ihn zu scheuen.

Wir sehen uns in Wien beim Kongress!